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Archive for Januar, 2006

Der Phönizier

Montag, Januar 30th, 2006


Das kleine libanesische Lokal in der Nähe des Mauerparks ist einladend und modern eingerichtet. Auf der Speisekarte sind die typischen Sandwiches und Tellergerichte zu finden und es spielt angenehme arabische Musik. Da fällt es kaum auf, dass der Falafel eine Weile auf sich warten lässt.

Dann kommt er gerollt daher, und zwar so fest gerollt, dass für Salat und Sosse kaum Platz bleibt. Das Brot ist warm aber auch schon eher hart. Entsprechend trocken ist das Gesamtergebnis, auch wenn die Kugeln an sich frisch und lecker sind. Meine Begleiter und ich sind uns einig, dass zu einem guten Falafel mehr gehört.

Der Phönizier, Eberswalder Str. 34, 10437 Berlin
(Prenzlauer Berg, U-Bahn Eberswalder Str.)

Preis: 2,20 EUR.
Falafelnote: 6/10 (ausreichend).

Sesam

Montag, Januar 16th, 2006


Der Anfang ist vielversprechend: Der geräumige Innenraum des Sesam leuchtet wie eine warme Oase in die kalte 61er Samstagnacht. Auf dem Weg zur U-Bahn kriegen wir noch einmal Hunger und eilen hinein. Der freundliche Inhaber ist gut gelaunt.

Mein Herz sinkt jedoch, als ich bemerke, wie er das Brot samt fertiger Falafelkugeln zum Aufwärmen in die Mikrowelle stellt. Schade, denn die Tahina schmeckt sesamig und hat genau den richtigen Flüssigkeitsgrad, der Salat ist ok und das (an sich gute) Pita-Brot üppig gefüllt. Die Hitzebehandlung macht es jedoch weicher, weshalb es gen Ende der Füllung nachgibt. Die Kugeln sind zwar warm, aber innen bröselig, was eindeutig auf die überflüssige Nacherwärmung zurückzuführen ist.

Sesam, Gneisenaustr. 22, 10961 Berlin
(Kreuzberg, U-Bahn Gneisenaustrasse)

Preis: 2,50 EUR.
Falafelnote: 5/10 (mangelhaft).

Salam

Freitag, Januar 13th, 2006


Unsere Falafelsucht führt uns heute in fremdes Gebiet am anderen Ende der Welt, oder zumindest am anderen Ende der U1. Dort, wo die Touristen in Horden shoppen. In einer Nebenstraße, die vom Kurfürstendamm wegführt, versteckt sich eine Falafelbude, deren Eingang so schmal ist, dass er von aussen kaum zu sehen ist. Der innenraum ist aber länglich und mit Stehtischen bestückt, so dass die angebotenen Sandwiches (Falafel, Shawarma) auch entspannt verzehrt werden können.

Wenn ich reinkomme, sind die Falafelkugeln schon fertig und warten am Rande der Tieföl-Riesenpfanne - ein gutes Zeichen (Sie bleiben nämlich lange heiss, und so kann mein Falafel seiner Berufung als SCHNELLER snack auch gerecht werden). Die kugeln weisen ein dezentes, angenehmes Knoblauch-Aroma auf und sind in der Tat heiss genug, um die Pita von Innen aufzuwärmen. Und die runde Pita ist die beste, die ich bisher in Berliner Falafelbuden probierte: frisch, weich, und dem Inhalt physisch gewachsen. Das spart ihr die andernorts anzutreffende, unberechenbare Mikrowellenbehandlung. Der leider ideenlose Salat ist frisch, und die Joghurt-Tahina-Mischung ist mild und passt sich gut an. Wer sich zum Kudamm verirrt hat und Lust auf Falafel hat, ist hier gut bedient.

Falafel Salam, Rankestr. 3, 10789 Berlin
(Charlottenburg, U-Bahn Kurfürstendamm)

Preis: 2,60 EUR.
Falafelnote: 7/10 (befriedigend).

Mo’s Imbiss

Dienstag, Januar 10th, 2006


Mo’s Imbiss ist eine kleine Bude ohne Sitzplätze, dafür aber mit Hummus, Makali etc. Nicht nur der Raum ist von den zehn hungrigen Gästen überfordert - auch die alte Frau hinter dem Tresen kommt den Bestellungen kaum nach und dirigiert die Klientel mit scharfen Tönen herum. So warteten wir über eine Viertel Stunde auf unser Falafel. Das ist zu lang. Wenn die Mitwartenden nett sind, kann man gemeinsam den kalten Winter und die harsche Bedienung beklagen.

Die Falafelkugeln sind sehr gross (die Warterei erklärt sich also durch die längere Fritierzeit) und mit Sesamkörnchen bestückt (interessant!). Auch das eingelegte Gemüse und die Tahina sind hervorragend. Das gerollte Brot ist eher trocken, aber die Riesenbällchen suchen in der Stadt ihresgleichen und dominieren das Gesamtbild.

Im Winter muss man entweder drin im Stehen essen (dafür ist es aber eigentlich zu eng) oder rausgehen. Bei -5 Grad ein hartes Los, und auch der Weg vom Kottbusser Damm kommt uns in dieser Kälte eher lang vor. Ich komm besser im Sommer wieder.

Mo’s Imbiss, Graefestr. 9, 10967 Berlin
(Kreuzberg, U-Bahn Schönleinstr.)

Preis: 2,50 EUR.
Falafelnote: 7/10 (befriedigend).

Maroush

Dienstag, Januar 10th, 2006


Auf dem nächtlichen Weg vom hässlichen Kotti zur angesagten Oranienstrasse strategisch gelegen, ist das kleine Maroush kurz vor der Kreuzung leicht zu übersehen. Auch der gemütliche, aber enge Innenraum verrät (auch hinten ist nicht viel Platz) noch nichts über die Freude, die den neugierigen und hungrigen falafelophilen Passanten erwartet.

Das Brot ist zwar gerollt, aber erstklassig gefüllt. Statt gewöhnlicher Salatkost gibt’s hier eingelegten Rettich und sanft-saure Gurken, die in dünne lange Scheibchen geschnitten sind. Petersilie und Minze runden die Gaumenfreude ab, und auch die Tahina ist sesamlastig, wenn auch etwas zu flüssig für das dünne Brot - hier wäre eine Taschenpita der Rolle vorzuziehen. Trotzdem gut zu wissen, dass auch ein libanisches Lokal ohne Joghurt im Falafel auskommt.

Maroush, Adalbertstr. 93, 10999 Berlin
(Kreuzberg, U-Bahn Kottbusser Tor)

Preis: 2,50 EUR.
Falafelnote: 8/10 (gut).

Salsabil

Montag, Januar 9th, 2006


Zwischen Kollwitzplatz und der Prenzlauer Allee ist das Salsabil eine gemütliche Falafelbude mit dem typischen Falafel / Shawarma-Angebot und einem exzellenten Hummus. Die freundlichen Männer am Tresen erzählen, dass es zwei weitere Salsabil’s gibt, dass aber “der Falafel hier am besten ist”.

Und der ist in der Tat gut. Die Pita ist vollbepackt, der Salat sehr lecker mit viel Tabbouleh, und die Tahina schmeckt richtig nach Sesam und nicht nach Joghurt. Endlich! (Ich vermute, dass im Libanon die Tahina sehr joghurtlastig ist, aber zu einem richtigen Falafel gehört nunmal eine bissige Sesamsosse). Dass die frisch fritierten Falafel schmecken, ist dann selbstverständlich. Mein Freund Hazy fasste zusammen: “Ein Gedicht”. Aber er übertreibt auch mal gerne.

Salsabil, Wörther Str. 16, 10405 Berlin
(Prenzlauer Berg, U-Bahn Senefelder Platz)

Preis: 2,20 EUR.
Falafelnote: 8/10 (gut).